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Arnold Vogt
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2019 Marianne Gmür Grob: Mehr als ein Workshop -
Längere Zusammenarbeitsprojekte zwischen Schule und Museum
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2019 Hannah Röttele: "Objektbegegnungen" im Historischen Museum.
... Studie zum Wahrnehmungs- und Rezeptionsverhalten von Schüler_innen
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Zum Arnold-Vogt-Preis 2019 gab es weniger Bewerbungen als in den beiden Vorjahren. Umso erfreulicher war es, dass diesmal gleich zwei der eingereichten Abschlussarbeiten die thematischen Vorgaben der Ausschreibung einhielten und auch die inhaltlichen Ansprüche der dreiköpfigen Jury erfüllten. Beide Bewerbungen thematisieren auf sehr unterschiedliche Weise das Spannungsfeld zwischen Schule und Museum, ein Gebiet, das auch Arbeitsschwerpunkt des vor fünfzehn Jahren verstorbenen Namensgebers des Preises war. Die Jury entschied deshalb, zwei Preise zu vergeben und das Preisgeld hälftig zu teilen. Damit kam auch zum Ausdruck, dass unterschiedliche Voraussetzungen - hier: Masterthesis aus der Zürcher Hochschule der Künste versus Dissertation an der Universität Göttingen - für diesen Preis unerheblich sind.

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Hannah Röttele (links) und 
Marianne Gmür Grob
präsentieren die Urkunden
(c) Foto Stiftung_A
Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Dr. Markus Walz
und Hannah Röttele bei der
Diskussion mit Studierenden
(c) Foto Stiftung_A
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Marianne Gmür Grob ist seit 1986 Primarlehrerin in Hedingen (Schweiz) und hat 2016 bis 2019 an der Zürcher Hochschule der Künste den Studiengang „Master of Arts in Art Education, Curatorial Studies (Ausstellen und Vermitteln“ absolviert. In ihrer Master-Thesis „Mehr als ein Workshop - Längere Zusammenarbeitsprojekte zwischen Schule und Museum“ stützt sie sich auf ein ebensolches Projekt einer Primarschulklasse mit der Kunsthalle Zürich, das mit der Methode der Aktionsforschung untersucht wurde. 
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Hannah Röttele ist Diplom-Kulturwissenschaftlerin und hat mit einer empirischen Studie zum Wahrnehmungs- und Rezeptionsverhalten von Schüler_innen unter dem Titel „'Objektbegegnungen' im Historischen Museum“ an der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen promoviert. Dazu beobachtete sie Schüler_innen der 7. Klasse, die am Programm "Objekterkundung. Stadt im Mittelalter" im Historischen Museum Hannover teilnahmen, und untersuchte deren Verhalten unter anderem anhand von Videoaufzeichnungen.
 


2019 Marianne Gmür Grob: Mehr als ein Workshop -
Längere Zusammenarbeitsprojekte zwischen Schule und Museum
Aktionsforschung über ein Projekt der 3./4. Klasse Hedingen und der 
Kunsthalle Zürich „100 Ways of Thinking. Universität Zürich in der Kunsthalle"

Überblick

Die Arbeit beleuchtet die Schnittstelle von Schule und Museum und ihre Möglichkeiten zur Kooperation. Insbesondere stellt sie die Frage, welche Chancen längerfristige Zusammenarbeitsprojekte, in erster Linie für die Schüler_innen und ihr Lernen, aber auch für die Institutionen bieten, und wie sie zum kompetenzorientierten schweizerischen Lehrplan passen.

In einem theoretischen Teil wird zuerst die Entwicklung der Schule und des Museums in den letzten fünfzig Jahren und deren Veränderung in der Zusammenarbeit aufgezeichnet. Danach folgt ein Kapitel, das dem Lernen in der Schule und im Museum und dem Museum als ausserschulischem Lernort gewidmet ist. Für die Arbeit zentral ist das anschliessende Vorstellen von längeren Kooperationsprojekten im In- und Ausland und von Studien und Dokumentationen zu diesem Thema.

Im zweiten Teil der Arbeit schlägt ein längerfristiges Projektes einer Primarschulklasse mit der Kunsthalle Zürich im Rahmen der Ausstellung „100 Ways of Thinking. Universität Zürich in der Kunsthalle" die Brücke zur Praxis. Die Beschreibung des Konzeptes, der Durchführung und der Analyse mit der Methode der Aktionsforschung macht den Schwerpunkt der Arbeit aus.

Hauptthesen

Im theoretischen Teil wird bezogen auf die Entwicklung von Schule und Museum klar, wie stark sich beide seit den 70er-Jahren gewandelt haben in ihrer Auffassung von Lernen und Vermitteln. Wurde die Vermittlungsfunktion anfänglich ganz von der Schulseite übernommen, kommt sie aktuell oft als fertiges Angebot von der Museumsseite. Somit sind gemeinsam erarbeitete längerfristige Kooperationen eine konsequente Fortsetzung und ein Suchen nach dem Mittelweg, der für beide Institutionen die je eigenen Stärken gewinnbringend verbinden kann.

Das Lernen  bleibt ein sehr individueller, zuweilen nicht steuerbarer, Prozess. Dass mit der Berücksichtigung verschiedener Lernstile und einem handelnden, entdeckenden, allenfalls auch kooperativen Lernen, unter Einbezug aller Sinne, die grössten Chancen bestehen, einen individuellen Lernprozess in Gang zu bringen, wird mittlerweile in beiden Institutionen berücksichtigt. 

Dass längerfristige Kooperationen zwischen Schule und Museum — aber auch im kulturellen Sektor überhaupt — den Puls der Zeit treffen, zeigt die Auseinandersetzung mit in den letzten Jahren durchgeführten und laufenden Projekten im In- und Ausland im dritten Hintergrundkapitel. Neben dem ausführlich vorgestellten Bericht zu den ZOOM-Patenschaften in Berlin wird die Langfristigkeit auch in der ebenfalls erwähnten Studie für Kulturvermittlung an Schweizer Schulen gewichtet. Good-Practice-Beispiele zeigen Schul-Museums-Projekte mit langer Laufzeit. Bei der Durchführung und Unterstützung solcher Projekte wie auch für entsprechende Begleitforschung besteht aber durchaus Entwicklungsbedarf.

Im praktischen Teil der Arbeit  wird das Projekt einer Klasse und der Kunsthalle einer genauen Analyse unterzogen. Die Dokumentation mit Hilfe eines Forschungstagebuches und die Analyseschritte werden mit der Methode der Aktionsforschung nach Altrichter, Posch und Spann durchgeführt, die auch geeignet ist, um Innovationen durchzuführen und zu überprüfen.

Bei der Kategorienwahl stand die Frage nach dem Mehrwert von längeren Schul-Museums-Projekten für das Lernen der Schüler_innen im Vordergrund. Aber auch der Output für die Institutionen und der Bezug zum Lehrplan 21 wird untersucht, ausserdem die Zusammenarbeit, das Sichtbarmachen des Projektes und die verschiedenen Hintergründe der Kinder.

Das Projekt bekam von Seiten der Kinder, Eltern, Kolleginnen und der Institutionsleitungen viele positive Rückmeldungen. Oft wurden die Motivation der Schüler_innen und ihre Eigenständigkeit unterstrichen. Diese beiden im Lernprozess erwünschten Haltungen wurden durch das Beisteuern von Sinn- und Ernsthaftigkeit der Ausstellung mit ihren Personen im Hintergrund positiv beeinflusst. Seitens der Schule war die Zeit und Unterstützung ein ebenso wichtiger Faktor, wie mit vielen Äusserungen und Beobachtungen dokumentiert wird. Ausserdem werden viele Bezüge zum Lehrplan, aber auch ein grosser Einsatz aller Beteiligten nachgewiesen, insbesondere der involvierten Kulturvermittlerin. Entlastend im Projekt wirkte, dass es nicht auf einen spektakulären Schlussevent abzielte, sondern in seinem Zeigen nach aussen bescheiden und so alltagsnäher blieb.

Resümee

Das vorgestellte Projekt war mit seinen sieben Wochen Laufzeit zwar einiges länger als ein üblicher Workshop und es wies kollaborative Züge auf, da die Grundidee, nachdem eine Zusammenarbeit beschlossen worden war, gemeinsam entwickelt wurde. Von einer Zusammenarbeit mit transformatorischer Wirkung, war das Projekt allerdings deutlich entfernt.

In Bezug auf die Aktionsforschung zeigte sich, dass die Doppelrolle der Autorin als Akteurin im Feld und als Wissenschaftlerin sehr anspruchsvoll ist und eine offene und neutrale Sichtweise erfordert. Trotzdem gelingt ihr mit dieser Arbeit insgesamt ein Beitrag dazu, Schul- und Museumsseite besser miteinander vertraut zu machen und zur selbstverständlichen kontinuierlichen, alltagsnäheren Zusammenarbeit anzuregen.
 


2019 Hannah Röttele: "Objektbegegnungen" im Historischen Museum.
Eine empirische Studie zum Wahrnehmungs- und Rezeptionsverhalten von Schüler_innen

Kurzdarstellung

Geschichtsdidaktik und Museumspädagogik gehen in der Regel davon aus, das Potenzial von Museumsbesuchen mit der Schulklasse könne durch die Objekte begründet werden, denen eine besondere Anschaulichkeit, Aura und Authentizität zugeschrieben wird. Doch schon früh wurde darauf aufmerksam gemacht, dass diese Begründung auf einer argumentativen Schieflage beruht, weil der Wahrnehmungs- und Rezeptionsprozess ausgeblendet bleibt und eigentlich die „Objektbegegnung" — also das, was zwischen Mensch und Objekt passiert — im Zentrum stehen müsste, wenn nach dem Potenzial eines Museumsbesuchs gefragt wird.

Dieser Einwand ist Ausgangspunkt der Dissertationsschrift, für die das Wahrnehmungs- und Rezeptionsverhalten von Schüler_innen bei einem museumspädagogisch betreuten Besuch im Historischen Museum in den Blick genommen und mit Videokamera aufgezeichnet wurde. Dabei waren folgende Forschungsfragen leitend:

• Wie handeln Schülerinnen bei einem museumspädagogisch betreuten Museumsbesuch?
• Welche Relevanz besitzen „Objektbegegnungen" dabei?
• Wie lassen sich „Objektbegegnungen" beschreiben?
Das Setting zur Untersuchung dieser Fragen hatte exemplarischen Charakter: Beobachtet wurden Schüler_innen der 7. Klasse, die das Historische Museum Hannover besuchten und am museumspädagogischen Programm „Objekterkundung, Stadt im Mittelalter" teilnahmen. Dieses Programm gliedert sich in zwei zeitliche Phasen: Zuerst arbeiten die Schüler_innen mit Erkundungsbögen, die unterschiedliche Themenschwerpunkte haben, an ausgewählten Objektstationen. Danach führen die Kleingruppen durch die Ausstellung und stellen sich ihre Arbeitsergebnisse gegenseitig vor. 

Der Beobachtungsfokus lag in der ersten Phase auf einer ausgewählten Kleingruppe und in der zweiten Phase auf den Schülerpräsentationen sowie den interaktiven Prozessen, die damit in Verbindung standen. 

Insgesamt wurden vier Fälle erhoben, wobei ein Fall einem Schulklassenbesuch entspricht. Außerdem wurden Gespräche mit dem Museumskurator und dem Museumspädagogen geführt, um die Hintergründe der Ausstellung und des museumspädagogischen Programms besser verstehen und die Beobachtungen einordnen zu können. Die Videodaten, die das Herzstück der Untersuchung darstellen, wurden mit sozialwissenschaftlich - phänomenologischer Analyse ausgewertet.

Ergebnisse

„Objektbegegnungen" sind im museumspädagogischen Programms selten und relativ kurz. Wenn sie dennoch beobachtet werden können, liegen ihnen bestimmte räumliche und zeitliche Verhältnisse zugrunde. Die räumlichen Verhältnisse setzen voraus, dass die Sicht auf das Objekt freigegeben wird. Die zeitlichen Verhältnisse können als „Eigenzeit" beschrieben werden, denn sie verlangen, dass alle Aufmerksamkeit auf das Objekt ausgerichtet ist. Ein wesentlicher Faktor, der Einfluss auf die räumlichen und zeitlichen Verhältnisse nimmt und „Objektbegegnungen" so begünstigt oder ihnen eher entgegensteht, ist das museumspädagogische Rahmenprogramm, denn dieses legt fest: a) wo sich die Schüler_innen aufhalten (sollen); b) was die Schülerinnen tun (sollen) und c) wieviel Zeit ihnen für ihr Tun zur Verfügung steht. 

Daher wird in einem ersten Schritt gezeigt, wie das museumspädagogische Rahmenprogramm auf die Konstitution räumlicher und zeitlicher Verhältnisse einwirkt, wobei die unterschiedlichen Programmphasen (Kleingruppenarbeit und Präsentationsphase) sowie einzelne Arbeitsaufträge (z.B. offen formulierte Arbeitsaufträge und geschlossene Fragestellungen) getrennt voneinander analysiert werden mussten.

In einem weiteren Schritt werden die „Objektbegegnungen" selbst in den Blick genommen, die im leiblichen Handeln der Schülerinnen ihren Ausdruck finden (z.B. Sprechakt, Gestik, Mimik). Ausgehend vom Handeln wird auf die Wahrnehmung der Schülerinnen geschlossen, die dem Handeln stets vorausgeht. Es wird herausgearbeitet, dass der Wahrnehmung eine spezifische Struktur zugrunde liegt, mitgeformt durch die strukturelle Grunddisposition des Objekts (z.B. seine Beschaffenheit, seine Form und Materialität). 

Wahrnehmung und Vorstellungsbildung sind dabei nicht voneinander zu trennen. Denn im leiblichen Handeln der Schüler_innen wird deutlich, dass es einen „Bedeutungsüberschuss" enthält, der über die eigentliche Wahrnehmung hinausgeht und auf die Vorstellungsbildung verweist. So kann das Potenzial der „Objektbegegnung" als ein wahrnehmungs- und vorstellungsbildendes beschrieben werden. 

Unterschiedliche Objektarten (historische Sachzeugnisse, eine Stadtansicht und ein Stadtmodell) werden getrennt voneinander betrachtet, da ihr wahrnehmungs- und vorstellungsbildendes Potenzial unterschiedlich ist: Im Fall von historischen Sachzeugnissen zeigt sich, dass diese die Sinne und Affekte in besonderer Art und Weise ansprechen, während Stadtansicht / Stadtmodell eine räumliche Vorstellung aufzurufen vermögen. Das jeweilige wahrnehmungs- und vorstellungsbildende Potenzial wird anschließend daraufhin ausgelotet, inwiefern es für die Aneignung von Geschichte nützlich sein kann. Dabei zeigen sich Chancen und Fallstricke.

Insgesamt plädiert die Arbeit dafür, das Museum bei einem Besuch mit der Schulklasse weniger als einen kognitiven Lernort zu begreifen, sondern als einen Ort, an dem eine spezifische ästhetische Erfahrung gemacht wird (die ein kognitives Lernen jedoch nicht ausschließt). Diese Erfahrung ist leibbasiert und bezieht den gesamten Menschen, seine Sinne und Affekte mit ein. Das bedeutet für die museumspädagogische Arbeit, die sich ihrem Potenzial bewusst ist, auf eine Entfaltung von Wahrnehmungs- und Vorstellungsbildung zu zielen und dabei auch körperliche Erfahrungen und Handlungen mit einzubeziehen, etwa den Tast- und Bewegungssinn.
 

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2019
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2016 Antje Bredemann
Museumspädagogik im Spiegel von Stellenanzeigen
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Den Arnold-Vogt-Preis für Museumspädagogik 2016 der HTWK Leipzig erhielt am 28. November Antje Bredemann aus den Händen von Prof. Dr.-Ing. Uwe Kulisch, Dekan der Fakultät Medien. Nach der elften Auslobung dieses Preises seit 2006 war Frau Bredemann bei der neunten Preisverleihung die zehnte Preisträgerin – und zugleich die erste Studierende der HTWK Leipzig, die so ausgezeichnet wurde. 


 von links: Dekan Prof. Dr.-Ing. Uwe Kulisch, Preisträgerin Antje Bredemann und die
Jury: Alois Verheyen (Stiftung_A), Prof. Dr. Dr. Markus Walz, Prof. Dr. Gisela Weiß

In ihrer Bachelorarbeit „Das Tätigkeitsfeld der Museumspädagogik im Spiegel von Stellenanzeigen. Anforderungen und Anerkennung“ untersucht sie die Darstellung und Veränderung der beruflichen Anforderungen. Sie fragt einerseits, ob der Wandel der Arbeitswelt zu Flexibilisierung von Arbeitsformen bei gleichzeitigem Anstieg der Anforderungen auch im Museumsbereich zu erkennen ist. Andererseits leistet sie damit einen Beitrag zur Erkundung des Arbeitsfeldes Museum. Es werden mehr als 250 Stellenanzeigen aus den Jahren 2005 bis 2014 ausgewertet, Häufigkeitsverteilungen ermittelt und im Zeitverlauf dargestellt. Dabei ergeben sich Ähnlichkeiten zu allgemeinen Arbeitsmarktentwicklungen.

Anlässlich der öffentlichen Verleihung des Arnold-Vogt-Preises 2016 in der HTWK Leipzig, an der zahlreiche Studierende, Dozenten und Museumsfachleute teilnahmen, stellte Frau Bredemann einige Ergebnisse ihrer Untersuchung vor: Es dominieren vor allem im mittleren Einkommensbereich atypische Beschäftigungsangebote (befristet, Teilzeit), zugleich werden hohe Anforderungen hinsichtlich fachlicher und überfachlicher Qualifikation gestellt. Dabei erscheint die Forderung nach Fachkompetenz über den Zeitverlauf konstant, hinsichtlich pädagogischer Kompetenz ist ein starker Anstieg der Nennungen zu beobachten.

Die dreiköpfige Jury lobte in ihrem einstimmigen Votum den unkonventionellen Untersuchungsansatz. Darin wird einmal mehr auch die anspruchsvolle Vielseitigkeit der Museumspädagogik deutlich, die für Arnold Vogt ein besonderer Schwerpunkt seines Forschens und Lehrens war. Außerdem überzeugten Frau Bredemanns sehr konkreten Ergebnisse und deren klare und anschauliche Darstellungen.
Eine Überarbeitung erschien 2018 in der Reihe Vogtensien - Impulse für die Museumspädagogik, kostenlos erhältlich bei der Stiftung_A.

Diese Jury-Entscheidung belegt auch wieder, dass der Arnold-Vogt-Preis nicht nur für Doktorarbeiten vergeben wird, sondern  alle Abschlussarbeiten gleiche Chancen haben. "Auf den Inhalt kommt es an", betont der Juryvorsitzende Prof. Dr. Dr. Walz.
 

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2016
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2014 Fabian Hofmann
Kunst-Pädagogik, Kunst-Aneignung, Kunstvermittlung
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Im Namen der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig überreichte der Dekan der Fakultät Medien, Prof. Dr.-Ing. Uwe Kulisch, am 1. Dezember den Arnold-Vogt-Preis 2014 an Fabian Hofmann.

Hofmann hatte sich mit seiner Studie "Kunst-Pädagogik, Kunst-Aneignung, Kunst-Vermittlung. Fallspezifische empirische Untersuchungen zu zwei Schulklassen und einer Kita-Gruppe in Kunstausstellungen" (1) um den Preis beworben. 
Darin arbeitet er den Forschungsstand zur angeleiteten Kunstrezeption von Gruppen umfassend und kritisch auf, bevor er ihn mit videographierter und teilnehmender Beobachtung in drei ausgewählten kunstvermittelnden Situationen (Kita, 6. Schulklasse, 12. Schulklasse) verknüpft. 
Aus beiden Untersuchungsschritten wird abschließend ein deskriptives Modell der „pädagogischen Kunstkommunikation“ als museumspädagogische Perspektive filtriert. 

Die Entscheidung der dreiköpfigen Jury  -  im Bild Prof. Dr. Gisela Weiß (links) und Prof. Dr. Dr. Markus Walz (rechts) vom Studiengang Museologie der HTWK Leipzig mit dem Preisträger (Mitte)  -  fiel einstimmig auf Fabian Hofmanns Arbeit. 
Die Zahl der Bewerbungen war, wie in den Vorjahren, überschaubar. Dennoch fiel die Entscheidung nicht leicht, denn die Einreichungen behandelten sehr unterschiedliche Aspekte personaler Vermittlung. Darüber hinaus müssen stets Arbeiten mit verschiedenem zeitlichem Aufwand (vom Bachelor bis zur Dissertation) verglichen und adäquat bewertet werden.

Die öffentliche Verleihung des Arnold-Vogt-Preises für Museumspädagogik in der HTWK Leipzig besuchten zahlreiche Studierende der Museologie, Dozenten der Hochschule und Fachleute aus Leipziger Museen.
Diesem fachkundigen Publikum präsentierte Fabian Hofmann eine prägnante, anschauliche Zusammenfassung seiner Forschungen. 
Die anschließenden Fragen und zahlreiche engagierte Diskussionsbeiträge zeigten deutlich, auf welch großes Interesse er damit gestoßen war.

Fabian Hofmann wurde 1978 in Bayreuth geboren. Nach bzw. neben Berufsausbildung und Studium arbeitete er u. a. als Kunstpädagoge, Reiseleiter und Museumsführer in Frankfurt und Gießen. Mehr über ihn findet sich auf seiner Internetseite www.fabian-hofmann.de.

(1) für Museen, Bibliotheken etc., Lehrende u. Studierende der Museologie kostenlos erhältlich bei der Stiftung_A
 

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2014
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2013 Claudia Rütsche
Den Museumsbesuch als persönliche Begegnung gestalten
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Vor zahlreiche Gästen verlieh der Dekan der Fakultät Medien der HTWK Leipzig am 18. November den mit 1.000 Euro dotierten Arnold-Vogt-Preises 2013 an Dr. Claudia Rütsche aus Zürich. 
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In einem praxisnahen und anschaulichen Vortrag stellte sie die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Zahlreiche Beispiele aus dem Umgang zwischen MuseumsführerInnen und BesucherInnen fanden großes Interesse im Publikum, das Fragen stellte und engagiert diskutierte. Insbesondere Studierende des Studiengangs Museologie der HTWK Leipzig konnten offenbar deutliche Bezüge zum Studium und ihren jeweiligen Praktikumserfahrungen herstellen und von den Kenntnissen und Erfahrungen der Preisträgerin profitieren.
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Prof. Dr. Dr. Markus Walz, 
Vorsitzender der Jury, 
bei der Laudatio
Dekan Prof. Dr.-Ing. Uwe Kulisch 
überreicht den Arnold-Vogt-Preis 2013 an 
die Preisträgerin Dr. Claudia Rütsche
Alois Verheyen, 
Vorsitzender der Stiftung_A,
erinnert an Arnold Vogt
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Frau Dr. Rütsche hat Geschichte, Paläontologie sowie Ur- und Frühgeschichte an der Universität Zürich studiert und mit Lizenziat und Promotion abgeschlossen. Sie ist Direktorin im KULTURAMA Museum des Menschen, Zürich. Anlass des Arnold-Vogt-Preises ist ihre Arbeit im  Nachdiplomstudiengang „Psychologische Gesprächsführung und Beratung“, eingereicht 2012 an der Universität Zürich. 
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Ihnen gefällt der Vortrag: Preisträgerinnen der Vorjahre und Arnold Vogts "guter Geist". Das Publikum diskutiert intensiv und ausdauernd mit der Preisträgern.
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Personale Vermittlungsarbeit im Museum basiert auf der Kommunikation zwischen Museumspädagogen und Besuchern. Sie dient der zielgruppenspezifischen Vermittlung von Wissen und ermöglicht Besuchern individuelle kognitive und sinnliche Erfahrungen. Die prämierte Diplomarbeit „Den Museumsbesuch als persönliche Begegnung gestalten - Psychologische Gesprächssituationen in der Museumspädagogik und die Bedeutung von Empathie und Beziehung" betritt Neuland, indem sie die Basis personaler Vermittlung im Museum aus einer psychologischen Perspektive betrachtet. 
Publiziert 2018 in der Reihe Vogtensien - Impulse für die Museumspädagogik und  kostenlos erhältlich bei der Stiftung_A.

Frau Dr. Rütsche zeigt mit ihrer Arbeit, dass Kenntnisse und Fertigkeiten aus der Psychologie, vor allem der psychologischen Beratung, für die personale Vermittlungsarbeit von grossem Nutzen sind. Auf der einen Seite werden kommunikative Techniken und Kommunikationsmodelle auf ihre Relevanz für die Museumspädagogik hin untersucht. Auf der anderen Seite wird die Haltung des Museumspädagogen vor dem Hintergrund psychologischer Variablen wie Echtheit, Wertschätzung und Empathie betrachtet. Im besten Fall kann damit aus einer durchschnittlichen Führung ein auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtetes Bildungsangebot werden. So wird Vermittlungsarbeit im Museum erkennbar als multidimensionale Beziehungsarbeit. 
 

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2013
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2012 Laura Hilti: Das Museum als sozialer Raum
2012 Pia Luisa Schoof: Kunstvermittlung und Museumspädagogik
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Die einstimmige Entscheidung der dreiköpfigen Jury führte 2012 erstmals zu einer hälftigen Vergabe des mit 1.000 Euro dotierten Arnold-Vogt-Preises, da zwei der eingereichten Abschlussarbeiten mit einem bemerkenswerten Zutritt zum Themenfeld dem Anliegen des Preises besonders nahe kommen, beide aber die in ihren Ergebnissen aufgeworfenen Probleme teils auch offen lassen.
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 Pia Luisa Schoof
bei der Diskussion
Pia Luisa Schoof und Laura Hilti
Dekan Prof. Dr.-Ing. Uwe Kulisch
(c) Fotos: HTWK Leipzig, Stiftung_A
Publikum beim
Vortrag von Laura Hilti
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Laura Hilti hat an der Zürcher Hochschule der Künste den Masterstudiengang „Art Education“ absolviert. In ihrer Master-Thesis „Das Museum als sozialer Raum. Eine Untersuchung zu Repräsentation und Partizipation von Besucher/innen in Schweizer Kunstmuseen“ geht sie von der Grundfrage aus, welche Teilnahmemöglichkeiten Kunstmuseen für Personen anbieten, die nicht im Umfeld von Kunstbetrieb und Museumswesen stehen, und stellt die Frage, welche Ausschlussmechanismen – möglicherweise unbeabsichtigt – wirken. 
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Pia Luisa Schoof studierte an der Universität Hamburg Deutsch und Technik für das Lehramt an der Grund- und Mittelstufe. Ihre Staatsexamensarbeit „Kunstvermittlung und Museumspädagogik“ geht von der Überlegung aus, dass Museumspädagogik in einem Kunstmuseum nicht von der Kunstdidaktik abgelöst werden kann. Somit lassen sich die theoretischen Zielsetzungen der Kunstdidaktik nahtlos übertragen auf Museumspädagogik in Kunstmuseen. Anhand zweier Fallbeispiele wird empirisch überprüft, inwiefern dieser Sachverhalt in der Vermittlungspraxis von Kunstausstellungen gegeben ist. 
 


2012 Laura Hilti: Das Museum als sozialer Raum

Die Liechtensteinerin Laura Hilti hat nach einem künstlerischen Diplomstudiengang in Basel den Weiterbildungsstudiengang „Educating, Curating, Managing“ in Wien und den Masterstudiengang „Art Education“ in Zürich absolviert. In Zürich schloss sie erfolgreich mit ihrer Master-Thesis „Das Museum als sozialer Raum. Eine Untersuchung zu Repräsentation und Partizipation von Besucher/innen in Schweizer Kunstmuseen“ ab.
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Der Ansatzpunkt dieser Studie ist aktuell und innovativ zugleich: Partizipation ist gewiss eines der Schlüsselwörter der gegenwärtigen museologischen Diskussion. Der Begriff schließt an gleich ausgerichtete politische Diskurse wie auch an Entwicklungslinien der Gegenwartskunst an, zugleich polarisiert er museologische Grundhaltungen. 
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Neu und analytisch anregend ist der von Laura Hilti beschrittene Weg, von Repräsentationen auf Partizipation zu blicken. Die – offensichtlich von der Kunstwissenschaft inspirierte – Grundthese lautet: Jede Repräsentation gibt nicht nur das Repräsentierte wieder, sondern lässt auch Rückschlüsse zu auf die Absichten des Repräsentierenden und des Repräsentierten. 
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Angewendet auf die Internetpräsenz (die zur Untersuchung ausgewählte Repräsentationsform) von Kunstmuseen heißt das, in Bild- und Textaussagen dieses PR-Mediums nachzuforschen, ob und in welchem Maß die betreffenden Museen wünschen, dass ihr Publikum an Vermittlungsleistungen des Museums mitwirkt. Das Ergebnis zu den Webseiten einer Handvoll Kunstmuseen mag spekulativ erscheinen, gleichwohl bietet es Handlungsimpulse für jede museumspädagogische Fachkraft, den hauseigenen Internetauftritt kritisch zu prüfen und insbesondere auf möglicherweise unbeabsichtigte visuelle Signale zu achten – Fotos sind nicht nur auflockernde Illustrationen einer Textseite, sondern komplexe Informationen.
 


2012 Pia Luisa Schoof: Kunstvermittlung und Museumspädagogik

Pia Luisa Schoof hat an der Universität Hamburg das Lehramtsstudium für die Grund- und Mittelstufe mit den Fächern Deutsch, Technik (Textil und Bekleidung) und den Lernbereich Kunst absolviert. Ihre Bewerbung um den Arnold-Vogt-Preis bezieht sich auf ihre Hausarbeit zum Ersten Staatsexamen „Kunstvermittlung und Museumspädagogik“.

Dieser bündige Titel benennt eines der typischen Felder fachlicher Überschneidungen in der Museumspädagogik: Stets geht es um Bildungsarbeit im Museum und zugleich um Vermittlung eines Gegenstandsbereichs im materialen und im disziplinären Sinn. Das vorliegende Thema wird zusätzlich belastet durch divergierende Verständnisse von Kunst und damit auch vom diesbezüglichen Vermittlungsziel.

Im Grunde geht es darum, das Verhältnis der Kunstvermittlung in Kunstausstellungen zu aktuellen Diskursen der Kunstdidaktik zu prüfen. Hierzu bietet Frau Schoof einen methodischen Klassiker an: Sie reduziert das Feld der Kunstdidaktik auf – die aktuellen Vorstellungen gewiss prägende – Haltungen zweier Autorinnen (Carmen Mörsch, Eva Sturm) und prüft anhand von Fallbeispielen nach, in welchem Maß gegenwärtige, an ein breites Publikum gerichtete Angebote der Kunstvermittlung diese Auffassungen, wie eine angemessene Annäherung an Kunst auszugestalten sei, berücksichtigt. 

Das Ergebnis – eine auffällige, große Distanz zwischen Theorie und Praxis – mag anhand gesuchter weiterer Fallbeispiele kontrovers diskutiert werden, es bestätigt aber auch diverse Eindrücke von Theorie-Praxis-Kontrasten in verschiedenen Feldern der Museumsarbeit.

Die Prämierung dieser Staatsexamensarbeit belegt einmal mehr, dass der Fokus des Arnold-Vogt-Preises nicht unbedingt das Niveau von Dissertationen und Habilitationsschriften verlangt und dass bemerkenswerte Denkanstöße auch in den Abschlussarbeiten der ersten Hochschulgrade liegen. Aus der mehrjährigen vergleichenden Perspektive der Juryarbeit lässt sich festhalten, dass die Hausarbeit von Frau Schoof hinsichtlich prägnanter Sprache, zielführender Darstellung und grammatischer Präzision viele ranghöhere Graduierungsarbeiten übertrifft. 
 

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2012
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2011 Esther Gajek
Seniorenprogramme an Museen: eine ethnographische Annäherung
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Im November 2011 hat die Fakultät Medien der HTWK Leipzig den 5. Arnold-Vogt-Preis für Museumspädagogik verliehen. Dieser Förderpreis ist mit 1.000 € dotiert und zeichnet Hochschulschriften aus, die praxisrelevante, innovative Ergebnisse auf dem Gebiet der Bildungsarbeit in Museen oder Gedenkstätten erbracht haben..
 Der Preis erinnert an
Arnold Vogt (1952-2004)
Preisträgerin
Dr. Esther Gajek
(c) Fotos: Stiftung_A
Grundlage für
einen facettenreichen Vortrag
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Einstimmig entschied die Jury, den Arnold-Vogt-Preis 2011 der Dissertation von Esther Gajek zuzusprechen. Die Regensburger Kulturwissenschaftlerin erhält den Preis für Ihre Dissertation „Seniorenprogramme an Museen: eine ethnographische Annäherung“ (1), die von Prof. Dr. Daniel Drascek betreut wurde. 
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Mit der Diskussion um den wachsenden Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft und die zunehmende Lebenserwartung sind Seniorinnen und Senioren auch in den Blickpunkt der Kulturvermittlung geraten. Das Fachgebiet der Vergleichenden Kulturwissenschaft legt nahe, die Sichtweise der Zielgruppe selbst ins Zentrum zu heben und nicht diejenige der Kulturvermittelnden, der Museumsfachleute oder der Kulturpolitik. 
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Ganz im Sinn der „Erfahrungswissenschaft“ bringt die preisgekrönte Untersuchung endlich die Perspektive der „Betroffenen“ von Seniorenangeboten in die Fachdiskussion ein. Statt Sekundäranalysen von politischen Leitlinien, didaktischen Konzepten, Veranstaltungsprogrammen und Selbstdarstellungen nimmt sie die Perspektive der älteren Menschen auf durch teilnehmende Beobachtungen. Damit erschließt sie erstmals unvermittelt die Erwartungshaltungen und Mitwirkungsbereitschaft älterer Menschen gegenüber Museen und deren Angeboten. Sie proklamiert einen Paradigmenwechsel, weg vom „Betreuungsobjekt“, hin zu älteren Menschen, die sich aktiv einbringen möchten, eigene Erfahrungen sammeln wollen und in der Teilnahme an Veranstaltungen zunächst die Abwechslung und den sozialen Kontakt sehen und nicht die Abnahme konfektionierter Leistungen.

(1) war bis 2018 für Museen, Bibliotheken, Lehrende u. Studierende kostenlos erhältlich bei der Stiftung_A
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2011
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2009 Mila Wenk: Kinder im Museum - 
Möglichkeiten und Grenzen der frühkindlichen Bildung
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Am 26. November 2009 hat die Fakultät Medien der HTWK Leipzig zum vierten Mal den Arnold-Vogt-Preis für Museumspädagogik verliehen. Dieser Förderpreis ist mit 1.000 € dotiert und zeichnet Hochschulschriften aus, die praxisrelevante, innovative Ergebnisse auf dem Gebiet der Bildungsarbeit in Museen oder Gedenkstätten erbracht haben.
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Prof. Dr. Dr. Markus Walz
bei der Laudatio
Preisträgerin
Mila Wenk
Mila Wenk
bei der Präsentation
.(c) Fotos: HTWK Leipzig
Dekan Prof.Dr.-Ing.U.Kulisch (2.v.l.), M.Wenk,
Jury: Prof.Walz, Prof.G.Weiß, A.Verheyen (v.l.)

Die Jury hat einstimmig entschieden, den Arnold-Vogt-Preis 2009 der Diplomarbeit von Mila Wenk zuzusprechen. Vordergründig stellt diese Arbeit ein museumspädagogisches Projekt vor: ein Angebot des Schwedenspeicher-Museums in Stade (Niedersachsen), das im Frühjahr 2008 Kindergartengruppen die archäologische Sonderausstellung „Schätze im Schlick“ nahe bringen sollte. 

Frau Wenk hat es verstanden, diese Praxisaufgabe mit aktuellem Grundlagenwissen theoretisch zu untersetzen, konsequent zu entwickeln und die Durchführung einer Evaluation zu unterziehen. Einen eigenständigen Beitrag leistet diese Arbeit mit dem neuartigen Ansatz, in der Nachbereitung des Museumsbesuchs entstandene Kinderzeichnungen – mit aller gebotenen Vorsicht – qualitativ und quantitativ auszuwerten.

So gelangt diese erziehungswissenschaftliche Diplomarbeit aus der Leuphana Universität Lüneburg zu neuen Einsichten über die Eignung historischer Themen für die frühkindliche Bildungsarbeit – ein offensichtliches Desiderat der Museumspädagogik – und rechtfertigt damit die Auszeichnung als eine Hochschulschrift mit praxisrelevanten, innovativen Ergebnissen auf dem Gebiet der Bildungsarbeit in Museen. 
 
 

Leipziger Volkszeitung, 20. Nov. 2009

 
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2008 Christian Bies
Das Museum als Lern- und Erfahrungsort
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Am 24. November 2008 hat die Fakultät Medien der HTWK Leipzig zum dritten Mal den Arnold-Vogt-Preis für Museumspädagogik verliehen. Dieser Förderpreis ist mit 1.000 € dotiert und zeichnet Hochschulschriften aus, die praxisrelevante, innovative Ergebnisse auf dem Gebiet der Bildungsarbeit in Museen oder Gedenkstätten erbracht haben.
 
Erinnerung an Arnold Vogt
Alois Verheyen, Stiftung_A
Preisträger
Christian Bies
.(c) Fotos: HTWK Leipzig
C. Bies     A. Verheyen
Prof.Dr.Dr.M.Walz  Dekan Prof.Dr.-Ing.U.Kulisch

Die Jury entschied einstimmig, den Arnold-Vogt-Preis 2008 an Christian Bies M.A. zu vergeben. Er hat Erziehungswissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig studiert und 2006 abgeschlossen mit der Magisterarbeit „Das Museum als Lern- und Erfahrungsort – Explorative Studie zur zielgruppenorientierten pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst“
2012 erschien eine Überarbeitung in der Reihe Vogtensien - Impulse für die Museumspädagogik, die kostenlos erhältlich ist bei der Stiftung_A.

Diese Untersuchung bearbeitet ein in der Kunst- wie der Museumspädagogik gleichermaßen relevantes, noch wenig ausgelotetes Thema: die Perspektive von Schülerinnen und Schülern auf Kunst und auf Kunst vermittelnde Angebote eines Museums, verknüpft mit der Frage, ob Vermittlungsleistungen der Museen die Bereitschaft dieser Zielgruppe steigern, sich mit (Gegenwarts-) Kunst auseinanderzusetzen und weitere Museen zu besuchen. Diese Frage beantwortet Christian Bies verhalten positiv, da die Alltagsrelevanz von Kunst (-Museen) – als Gesprächsstoff unter Freunden und Verwandten, nur sekundär als erneuter Besuchsanlass – steigt. Allerdings bestätigt er bekannte Tendenzen mit neuen Daten: Im Gymnasium sind vorangehende Besuche in Kunstmuseen häufiger als in der Mittelschule, in beiden Schultypen ergeben sich Vorerfahrungen mit Museen am ehesten aus organisierten Besuchen, etwa im Klassenverband, weniger aus persönlichem oder familialem Antrieb. 
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Zur Bearbeitung setzt diese Magisterarbeit ein interessantes Set empirischer Untersuchungsmethoden ein: schriftliche Befragung von Schulklassen, Leitfadeninterviews mit Kunstvermittlerinnen, eigene Hospitationsprotokolle und die Analyse schriftlicher oder gestalterischer Ergebnisse aus Unterrichtsprojekten im Museum. Hierbei beeindruckt die konsequent jeden Schritt begleitende, ergebnisorientierte Methodenkritik.


Informationen des Sächsischen Museumsbundes 38/2009, Sachsens Museen 2/2009, Dresden 2009, S. 61 - 62:

 
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2008
Liste aller PreisträgerInnen
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2007 Dagmar Wunderlich
Machen Museen "Lust auf Kultur"?
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Am 24. Januar 2008 hat die Fakultät Medien der HTWK Leipzig zum zweiten Mal den Arnold-Vogt-Preis für Museumspädagogik verliehen. Dieser Förderpreis ist mit 1.000 € dotiert und zeichnet Hochschulschriften aus, die praxisrelevante, innovative Ergebnisse auf dem Gebiet der Bildungsarbeit in Museen oder Gedenkstätten erbracht haben. 
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Bewerbungen aus verschiedenen Hochschulen lagen vor – von der Hochschule für Bildende Künste Hamburg bis zur Pädagogischen Akademie Salzburg, von der Fachhochschule Nürnberg bis zur Freien Universität Berlin. Die Jury hat einstimmig entschieden, den Arnold-Vogt-Preis 2007 an Dagmar Wunderlich M.A., Wien, zu vergeben. Frau Wunderlich hat Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik Berlin und der Sorbonne Nouvelle, Paris, studiert, weiterhin Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und dort 2007 abgeschlossen mit der Magisterarbeit „Machen Museen 'Lust auf Kultur'? Kulturelle Bildung für Jugendliche im Museum. Evaluative Beobachtungen zum Realschulprojekt am Deutschen Historischen Museum Berlin“. Veröffentlicht 2013 in der Reihe Vogtensien - Impulse für die Museumspädagogik, kostenlos erhältlich bei der Stiftung_A.


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Dagmar Wunderlich   (c) Foto HTWK

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Diese Untersuchung beleuchtet absolut aktuelle museumspädagogische Aufgabenfelder: Wegen des vermehrten ganztägigen Schulbetriebs arbeiten Schulen stärker mit außerschulischen Lernorten zusammen. Bislang waren Grundschulen und die oberen Jahrgänge des Gymnasiums die Hauptklientel – der Blick auf Realschulen war daher überfällig. Zusätzlich bedienen die ausgewählten Fallbeispiele, zwei Wechselausstellungen des Deutschen Historischen Museums, migrationsgeschichtliche Aspekte und damit ein Dauerthema der gegenwärtigen Gesellschaft. 

Besonderes Interesse verdient die empirische Basis der Untersuchung: Die Sicht der Schülerinnen und Schüler und damit der „Betroffenen“ steht im Zentrum. Die für die museumspädagogische Publikumsorientierung typische Perspektive der Zielsetzenden erfährt hier eine Umkehrung im evaluativen Blick auf die Korrespondenz der Vermittlungsziele und -potenziale des Museums mit den Bedarfsmeldungen und Akzeptanzäußerungen der Jugendlichen. So leistet diese Arbeit im besten Sinn angewandte Forschung und zugleich einen Beitrag zur museumspädagogischen Theorie. .
Die Verleihung dieses Förderpreises möchte an Dr. Arnold Vogt (1952–2004) erinnern, der von 1993 bis 2004 Professor für Museumspädagogik an der HTWK Leipzig, außerdem Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender des Arbeitskreises Museumspädagogik Ostdeutschland e.V. war. Die Veranstaltung bot darum den richtigen Rahmen, zusätzlich auf eine museumspädagogische Neuerscheinung aufmerksam zu machen, die der Universitätsverlag Leipzig (http://www.univerlag-leipzig.de) im Frühjahr 2008 fertig stellt: „Wandel der Lernkulturen an Schulen und Museen: Paradigmenwechsel zwischen Schul- und Museumspädagogik“. Die Herausgabe dieser umfangreichen Aufsatzsammlung hatte Prof. Vogt begonnen, Prof. Dr. Dr. Dieter Schulz von der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig führte diese Aufgabe zu Ende und stellte das Werk in der Festversammlung vor. 
 

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2006 Carola Marx
Fremdsprachendidaktik und Museumspädagogik
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Die Fakultät Medien der HTWK Leipzig lobte 2006 erstmalig den mit 1.000 € dotierten Arnold-Vogt-Preis für Museumspädagogik aus. Bewerbungen aus ganz Deutschland lagen vor – aus Universitäten von Lüneburg bis München, von Frankfurt am Main bis Dresden. 
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Die Preisverleihung nahm der Rektor Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Prof. Dr.-Ing. Hubertus Milke, persönlich vor. Sie fand am 16. Oktober 2006 im Gewandhaus zu Leipzig statt, während der Immatrikulationsfeier der HTWK Leipzig. Als Preisträgerin wählte die Jury einstimmig Carola Marx M.A. aus. Die gebürtige Dresdnerin hat in Paris, Berlin und Worcester (Massachusetts) Germanistik und Romanistik studiert und mit dem Magister Artium abgeschlossen. 
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.Rektor Prof. Dr.-Ing. H. Milke gratuliert der Preisträgerin Carola Marx         (c) Fotos: HTWK Leipzig
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Anlass für die Bewerbung um den Arnold-Vogt-Preis war ihre an der Freien Universität Berlin eingereichte Dissertation „Fremdsprachendidaktik und Museumspädagogik: Empirische Untersuchungen am Beispiel von Kunstmuseen“.(1) Bemerkenswert ist, dass Frau Marx hierzu auf mehrjährige Berufserfahrungen beim Museumspädagogischen Dienst Berlin zurückgreifen konnte. 
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Diese Doktorarbeit liefert zur Diskussion um Museen als Bildungsinstitutionen eine interessante Horizonterweiterung, da Museumspädagogik überwiegend die Ausstellungsinhalte der betreffenden Museen vermittelt, während Sprachlehrinstitute nun Museen als Orte entdecken und so ein neues museumspädagogisches Arbeitsfeld eröffnen. Empirische Untersuchungen bei Kursen zu Deutsch als Fremdsprache loten die Lernerfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus und filtern daraus grundlegende Erkenntnisse, wie Museen für die Fremdsprachenvermittlung erfolgreich genutzt werden können. 

(1) war bis 2014 für Museen, Bibliotheken, Lehrende u. Studierende kostenlos erhältlich bei der Stiftung_A

 

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